Platz machen

Das Platzpro­jekt gehört zum Port­fo­lio der Orte, mit denen das Kul­tur­büro der Stadtver­wal­tung Han­nover als Kan­di­dat für die Kul­turhaupt­stadt Europas 2025 antritt. © Sofie Puttfarken

Vor etwa 16 Jahren find­en zwei Skater ein Stück Land im Gewer­bege­bi­et Han­nover-Lin­den ver­waist vor. Sie begin­nen aufzuräu­men und einen kleinen Skatepark anzule­gen. 2009 formieren sie sich als Vere­in, han­deln einen Zwis­chen­nutzungsver­trag mit der Eigen­tümerin aus und schließen einen heute noch gülti­gen Pachtver­trag über 1 Euro pro Jahr ab. 2013 formiert sich dann ein weit­er­er Vere­in: Platzpro­jekt ver­fol­gt das Ziel, Raum für Ini­tia­tiv­en zu schaf­fen, einen Ort zur Selb­sthil­fe, zur gegen­seit­i­gen Unter­stützung mit Wis­sen, Werkzeu­gen und handw­erk­lich­er Arbeit. Forschungsmit­tel und staatliche Fördergelder ermöglichen den Auf­bau länger­fristiger Beteili­gungsstruk­turen für junge Men­schen, die in selb­stor­gan­isierten Räu­men über ihre Städte disku­tieren und diese aktiv mit­gestal­ten möchten.


Pro­jekt

PlatzPro­jekt


Beteiligte

PlatzPro­jekt e.V., Träger; Stadt Han­nover, Kofi­nanzierung, Ver­hand­lung; Metro Group, Grund­stück­seigen­tum; Bun­desmin­is­teri­um des Innern, für Bau und Heimat, Kofinanzierung


Jahr

Seit 2013, Vereinsgründung


Ort

Han­nover, Deutschland

© Chi­na Hopson
2004 beset­zte eine Gruppe von Skatern ein ver­wildertes Grund­stück in einem Indus­triege­bi­et im West­en Han­novers. Die Stadtver­wal­tung und der Bezirks­bürg­er­meis­ter Rain­er-Jörg Grube unter­stützen das Pro­jekt beim Abschluss eines Pachtver­trags und der Erweiterung der Aktiv­itäten auf ein Nach­bar­grund­stück. © Philip Robin­son Crusius
© Sam Green

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Kunst und Aktivismus

Die Instal­la­tion Pub­lic Forum vom Mit­be­grün­der des Cen­ter for Artis­tic Activism, Steve Lam­bert, ver­ste­ht sich als mobile Diskussionsplattform—wobei die Öffentlichkeit hier dazu ein­ge­laden wird abzus­tim­men, ob die auf dem Schild for­mulierten Fra­gen richtig oder falsch sind. © Steve Lambert

Gefäng­nis­re­for­men, faire Län­der­haushalte, Gerechtigkeit für Einge­wan­derte, die adäquate Bes­tim­mung von Steuer­las­ten, die Aufhe­bung von Rassen­tren­nung in Schulen, das Bekämpfen von Kor­rup­tion oder das Hin­ter­fra­gen von polizeilichen Überwachun­gen von Bevölkerungsschichten—all das sind The­men für das Cen­tre for Artis­tic Activism (C4AA). Die Beson­der­heit ihrer Arbeit liegt dabei in der Verknüp­fung von Meth­o­d­en und For­mat­en der Kun­st und sozialer Bewe­gun­gen. In Work­shops, Sem­i­naren, Som­mer­akademien und weit­eren Pro­gram­men disku­tieren sie mit Kun­stschaf­fend­en genau­so wie Men­schen, die vor­rangig in sozialen Bewe­gun­gen aktiv sind, die Beweg­gründe und Arbeitsweisen der jew­eils anderen Gruppe. Damit sollen Forderun­gen geschärft und Hand­lun­gen präzis­er organ­isiert wer­den. Alles andere, so die Grün­der der Organ­i­sa­tion, sei ein strate­gis­ch­er unverzeih­lich­er Fehler.


Pro­jekt

The Pub­lic Forum


Kün­stler

Steve Lam­bert


Beteiligte

Cen­ter for Artis­tic Activism


Jahr

Seit 2009


Ort

Ver­schiedene Orte

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Dem Recht auf Stadt Gehör verschaffen

© Stel­la Flatten

Der Chor der Sta­tis­tik wurde 2019 gemein­sam von der Musik­erin Bernadette La Hengst und dem exper­i­mentellen Architek­turkollek­tiv raum­labor­ber­lin gegrün­det. Über einen öffentlichen Aufruf fan­den sich Men­schen zusam­men, die sin­gend die Her­aus­forderun­gen von Stad­ten­twick­lung­sprozessen the­ma­tisieren wollen. Konkreter Anlass für die Etablierung dieses Chores war das Mod­el­lver­fahren um das Haus der Sta­tis­tik in Berlin. Die gemein­sam entwick­el­ten Lieder stellen Fra­gen und the­ma­tisieren Äng­ste. Sie for­mulieren aber auch Forderun­gen. So singt der Chor über Ver­drän­gung und vom Recht auf Stadt, er benen­nt Prob­leme wie Miet­preis­steigerun­gen und die Pri­vatisierun­gen von Raum. Das gemein­same Sin­gen und öffentliche Auftreten sind dabei Protest und Demon­stra­tion zugle­ich. »Für eine bessere Zukun­ft!« sagt die Chor­lei­t­erin, den Tak­t­stock hebend.


Pro­jekt

Chor der Statistik


Beteiligte

Andrea Hof­mann, Frauke Ger­sten­berg, Markus Bad­er, raum­labor­ber­lin; Bernadette La Hengst, Sän­gerin und Chor­lei­t­erin; Chormitglieder


Jahr

Seit 2019


Ort

Berlin, Deutsch­land

Fast zehn Jahre stand das Haus der Sta­tis­tik am Berlin­er Alexan­der­platz leer, bis eine Gruppe von Kun­st- und Kul­turschaf­fend­en auf großen Ban­nern behauptete, dass die Stadt an dieser Stelle preis­gün­stige Ate­liers erricht­en wolle. Was als Stre­ich startete, wurde in den let­zten Jahren zu einem kom­plex­en städte­baulichen Pro­jekt, das sich der gemein­wohlo­ri­en­tierten Entwick­lung des Are­als ver­schrieben hat. © Felix Marlow
Im Rah­men der Pio­nier­nutzun­gen am Haus der Sta­tis­tik wurde 2019 der Chor der Sta­tis­tik ins Leben gerufen—ein von raum­labor­ber­lin und der Kun­stschaf­fend­en und Sän­gerin Bernadette La Hengst ini­ti­iertes Pro­jekt. In den Liedern des Chors—hier ein öffentlich­er Auftritt während der Berlin Art Week im Sep­tem­ber 2019—werden die Span­nungs­felder von städtis­chen Entwick­lun­gen the­ma­tisiert: Woh­nungsnot und All­t­agsras­sis­mus genau­so wie sol­i­darische Prak­tiken für ein Recht auf Stadt für alle. © Vic­to­ria Tomaschko
Nor­male Mega­phone scheinen schon lange nicht mehr auszure­ichen, um sich Gehör zu ver­schaf­fen. So ste­ht hier das Mega-Mega­fon als vielle­icht notwendi­ge Über­steigerung für die unge­hörten Bedarfe und Bedürfnisse ein­er bre­it­en Zivilge­sellschaft. © raumlaborberlin

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Stadtspiele

© Play the City

In den Spie­len der Agen­tur Play the City sollen ver­schiedene Akteurin­nen und Akteure ins Gespräch kom­men, um miteinan­der über Fra­gen der Stadt­pla­nung zu disku­tieren. Wenn häu­fig nur poli­tis­che und kom­mu­nale Entschei­dungsträger am Tisch sitzen, um über Pro­jek­te zu entschei­den, dann kom­men hier diverse Grup­pen zusam­men: Mitar­bei­t­ende der Stadtver­wal­tung, Bewohnende eines Vier­tels, Men­schen, die lokale Geschäfte betreiben, Ini­tia­tiv­en genau­so wie Immo­bilienun­ternehmen, Architek­turschaf­fende und viele mehr. Alle sollen mit­disku­tieren und mitentschei­den. So zumin­d­est das großar­tige Prinzip des Spiels. Es soll im Vor­feld groß­maßstäblich­er Bau- und Stad­ten­twick­lung­spro­jek­te gespielt wer­den, sagen die, die das Spiel in lokalen Vari­anten entwick­eln, um Kon­sens­bil­dun­gen zu beschle­u­ni­gen, Entschei­dun­gen zu unter­stützen und Kon­flik­te auszuräumen.


Pro­jekt

Play the City


Beteiligte

Ekim Tan; Txell Blan­co; Chris­sy Gaglione; Sjors Martens, Gründung; Hyun­woo Koo; Ulas Akin; Ekin Güneş Şan­lı; Müge Yor­gancı, Mitar­beit; ver­schiedene Auftraggebende


Jahr

Seit 2008


Ort

Ver­schiedene Orte

© Play the City
© Play the City
© Play the City
© Play the City
© Play the City

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Einmal wieder durch die Stadt ziehen

© VG Bild-Kun­st, Bonn, 2020; Pho­to Angela Siev­er, Cour­tesy of Ger­hard Lang and Galerie Albrecht in Berlin,

Der mobile Zebras­treifen ist ein trag­bares und an unüber­sichtlichen Straßen­stellen ein­set­zbares Instru­ment. Er dient dazu, Fahrbah­nen dort, wo keine legale Über­querungsmöglichkeit beste­ht, recht­skon­form für fußläu­fige Men­schen bequem über­quer­bar zu machen. Wegen der Größe und des damit ver­bun­de­nen Gewichts des Tep­pichs geht das allerd­ings nicht allein. Es braucht viele Men­schen, die mit­tra­gen und ‑rollen wollen. Damit wird das Über­queren ein­er ander­weit­ig nicht-kreuzbaren Straße zur kollek­tiv­en Aktion, zu ein­er Art Protest­marsch. Das spielerisch erscheinende Arte­fakt weist dabei auf die hart­näck­ig beste­hen­den ungle­ichen Bewe­gungsräume von ver­schiede­nen Grup­pen in der Stadt hin. Mit dem Zele­bri­eren der nach­haltig­sten aller Fort­be­we­gungsarten zeigt der mobile Zebras­treifen auf, wie eine gerechte Stadt für Fußläu­fige ausse­hen könnte.


Pro­jekt

Der Mobile Zebrastreifen


Kün­st­lerin­nen und Künstler 

Ger­hard Lang mit Hel­mut Aebis­ch­er, Ruth Jureczek sowie zahlre­ichen Spaziergän­gerin­nen und Spaziergängern


Jahr

1993


Ort

Kas­sel, Deutschland

Ger­hard Lang, Der Mobile Zebras­treifen (1993). Eine 600-Per­so­n­en-Prozes­sion zieht durch die Straßen, Hin­ter­höfe und Park­plätze im Stadtzen­trum Kas­sels und rollt in Ehrung des Grün­ders der Spazier­gangswis­senschaft, Lucius Bur­ck­hardt, wo immer nötig, den mit­ge­tra­ge­nen Tep­pich zum Über­queren großer Trassen aus. © VG Bild-Kun­st, Bonn, 2020; Pho­to Hel­mut Aebis­ch­er, Cour­tesy of Ger­hard Lang and Galerie Albrecht in Berlin
© VG Bild-Kun­st, Bonn, 2020; Pho­to Hel­mut Aebis­ch­er, Cour­tesy of Ger­hard Lang and Galerie Albrecht in Berlin
© VG Bild-Kun­st, Bonn, 2020; Pho­to Hel­mut Aebis­ch­er, Cour­tesy of Ger­hard Lang and Galerie Albrecht in Berlin

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Das etwas andere Ministerium für Raum

Immer wieder arbeit­et Min­istry of Space auch mit Chören und Musizieren­den zusam­men. Hier: der Chor des Pflege­heims im Stadt­teil Bežani­js­ka Kosa bei einem Auftritt in der Ulič­na galer­i­ja (Straßen­ga­lerie). Die seit 2012 existierende Galerie beset­zt dabei immer wieder für flüchtige Momente einen öffentlichen Durch­gang in der Innen­stadt Bel­grads. Die durchge­führten Veranstaltungen—bisher etwa 150 Einzel- und Grup­pe­nausstel­lun­gen und 80 weit­ere Events—wollen außer­halb der kom­merziellen Gale­rien und Museen ein Forum für einen kri­tis­chen Diskurs zu stadt­poli­tis­chen The­men fördern. © Kamerades

Auch wenn Min­istarst­vo Pros­to­ra ganz offiziell klingt, ein staatlich­es Min­is­teri­um ist es nicht. Hin­ter dem Namen ver­birgt sich eine kleine Gruppe von Aktivistin­nen und Aktivis­ten, die sich der sozialen Gerechtigkeit ver­schrieben haben. So kämpft das Min­is­teri­um für Raum für eine Stadt, die der gesamten Bevölkerung zu Gute kom­men soll, gegen kor­rupte Prak­tiken, die Verun­treu­ung öffentlich­er Gelder und den Macht­miss­brauch poli­tis­ch­er Akteurin­nen und Akteure. So beobacht­en, analysieren und kri­tisieren sie großflächige städtis­che Entwick­lung­spro­jek­te durch transna­tionale Konz­erne und die Pri­vatisierung von Geme­ingütern. Sie hin­ter­fra­gen den Bau von lux­u­riösen Wohnan­la­gen oder Einkauf­szen­tren. Mit ihren Arbeit­en unter­stützt die Gruppe so die bre­ite Protestkul­tur, die zivilge­sellschaftliche Ein­bindung in das stadt­poli­tis­che Geschehen fordert.


Pro­jekt

Min­istarst­vo Prostora


Beteiligte

Iva Čuk­ić, Jovana Tim­o­ti­je­vić, Radomir Lazović, Dobri­ca Veseli­nović , Marko Aksen­ti­je­vić, Min­istarst­vo Prostora


Jahr

Seit 2011


Ort

Bel­grad, Serbien

Protest Ne davi­mo Beograd. © Marko Rupena
Die riesige gelbe Ente wurde zum Sym­bol der Ini­tia­tive »Don’t let Bel­grade D®own«, die die Trans­for­ma­tions- und Ver­drän­gung­sprozesse ent­lang der Bel­grad­er Flusskante öffentlich machte und damit gegen Zwangsräu­mungen von Bestands­baut­en und die Ver­lagerung von wichti­gen Infra­struk­turen für die Errich­tung von exk­lu­siv­en Wohn- und Büro­ge­bäu­den protestierte. © Min­istarst­vo prostora
Don’t Let Bel­grade Drown © Min­istarst­vo prostora
Don’t Let Bel­grade Drown © Min­istarst­vo prostora
© Iva Čukić

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Stadt im Wandel

Die Wek­er­le-Sied­lung im Südosten von Budapest ist seit eini­gen Jahren Teil des weltweit­en Tran­si­tion Town Net­zw­erks, das sich aktiv mit den glob­alen Her­aus­forderun­gen des Kli­man­ot­stands auseinan­der­set­zt und Prak­tiken für lokale Pro­duk­tions- und Ver­w­er­tungskreis­läufe entwick­elt. Es wer­den alter­na­tive Energiev­er­sorgun­gen entwick­elt, Nahrungsmit­tel­sou­veränität geschaf­fen, nach­haltiges Bauen und emis­sions­freie Mobil­ität gefördert. In Werk­er­le wer­den dabei beson­der­er Wert auf die sol­i­darische Land­wirtschaft gelegt, ökol­o­gis­ch­er Garten­bau durch Kurse bewor­ben, Saatgut lokaler Gemüs­esorten über Tauschbörsen gehan­delt und Kom­post sys­tem­a­tisch gesam­melt. Die Lokalregierung hat das Poten­zial dieses Ansatzes erkan­nt und unterstützt—trotz Gegenwind—mit Sach- und Geld­mit­teln. Ein Gemein­schaft­shaus kon­nte gebaut, ein Gemein­schafts­garten angelegt und der Mark­t­platz neu gestal­tet werden.


Pro­jekt

Áta­lakuló Wekerle


Beteiligte

Áta­lakuló Wek­er­le szervezöi kör, Organ­i­sa­tion; zahlre­iche lokale Ini­tia­tiv­en sowie die ungarische Tran­si­tion Town Ini­tia­tive und das inter­na­tionale Tran­si­tion Towns Netzwerk


Jahr

Seit 2009


Ort

Budapest, Ungarn

© Ste­fan Marx

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Technische Hilfe für eine informelle Siedlung

Die Arbeit mit der Nach­barschaft von Ter­ras da Cos­ta ist für ate­lier­mob kein Einzelfall. Schon lange beschäftigt sich das Büro mit ähn­lichen Quartieren, set­zt sich für bess­er aus­ges­tat­tete, legale Woh­nun­gen für Men­schen in informellen Sied­lun­gen ein und leis­tet tech­nis­che Hil­fe. Dabei sehen die Architek­tin­nen und Architek­ten diese Auseinan­der­set­zung als Erweiterung des Beruf­s­stands der Architek­tur, der sich so oft nur um for­male und ästhetis­che Dinge kümmert—aber soziale und ökonomis­che Beziehun­gen vol­lends ignori­ert. © Fer­nan­do Guerra

Südlich von Liss­abon, im Hin­ter­land von Hotels und Apart­men­tkom­plex­en, befind­et sich das nicht legal­isierte Quarti­er Ter­ras da Cos­ta. Im Jahr 2012 entste­ht in der Nach­barschaft die Idee, eine Gemein­schaft­sküche einzuricht­en. Der Vorschlag ist mit der Hoff­nung ver­bun­den, dass die Behör­den dadurch der Ein­rich­tung ein­er Wasser­leitung zus­tim­men und damit die Legal­isierung der Sied­lung begin­nen kann. Das Architek­tur­büro ate­lier­mob und viele andere Grup­pen, Ini­tia­tiv­en und Einzelper­so­n­en helfen auf ver­schieden­ste Art. Manche brin­gen ihre Arbeit direkt ein, andere posi­tion­ieren sich sol­i­darisch, und Stiftun­gen unter­stützen das Pro­jekt finanziell. Nach etwa zwei Jahren fließt endlich Wass­er nach Ter­ras da Cos­ta. Doch viele andere Aspek­te sind weit­er­hin ungeklärt—können oder wollen poli­tisch nicht beant­wortet wer­den, so dass Sied­lun­gen in ähn­lichen Sit­u­a­tio­nen auch weit­er­hin für ihr Recht auf Stadt kämpfen müssen.


Pro­jekt

Coz­in­ha Comunitária das Ter­ras da Cos­ta, Gemein­schaft­sküche Ter­ras da Costa


Beteiligte

Ate­lier­mob und Colec­ti­vo Ware­house, Architek­turschaf­fende; Bewohnende von Ter­ras da Cos­ta, con­struct­Lab, Unterstützung


Jahr

2014


Ort

Ter­ras da Cos­ta, Liss­abon, Portugal

Die informelle Sied­lung Ter­ras da Cos­ta südlich von Liss­abon. © Fer­nan­do Guerra
Die Legal­isierung der Sied­lung stand zu keinem Zeit­punkt zur Debat­te. Stattdessen erwirkt die Zusam­me­nar­beit der Nach­barschaft mit dem Architek­tur­büro die Pri­or­isierung eines Wasser­an­schlusses, der poli­tisch durch­set­zbar ist. © Fer­nan­do Guerra
Die Wasserver­sorgung läuft über die Küche und bedi­ent Hygiene- und San­itär­funk­tio­nen. © Fer­nan­do Guerra
© Fer­nan­do Guerra

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Gemeinschaftsstiftende Konstruktionen

Casa do Vapor, Liss­abon (2013). Zusam­men mit vie­len lokalen Kol­lab­o­ra­teurin­nen und Kol­lab­o­ra­teuren errichtete und bespielte das inter­diszi­plinäre Kollek­tiv Con­struct­Lab dieses Gebäude auf der Süd­seite des Tejo, das gle­ichzeit­ig Freiluftk­lassen­z­im­mer, öffentliche Bib­lio­thek, Küche, Fahrrad­w­erk­statt, Skate-Rampe und Spielplatz war, sowie einen Piz­za­ofen beherbergte. Gebaut wurde mit wiederver­wen­de­tem Holz aus einem anderen Pro­jekt und so ein­fach, dass Kinder genau­so wie Erwach­sene mit­machen kon­nten. Auch wenn die tem­poräre Struk­tur am Ende des Som­mers wieder abge­baut wer­den musste, so bilden sich die sozialen Verknüp­fun­gen und Bindun­gen, die über die kurze Peri­ode hin­weg ent­standen waren, heute immer noch ab. © Alexan­der Römer

Die Arbeit­en von con­struct­Lab ent­fal­ten sich im Kos­mos zwis­chen Imag­i­na­tion und Leben. Im Fokus des Kollek­tivs ste­ht dabei weniger das Schaf­fen von fix­en und unverän­der­lichen Tat­sachen. Stattdessen suchen sie aktiv nach Möglichkeit­en, den Wün­schen und Hoff­nun­gen, die sich in Aneig­nun­gen aus­drück­en, Form zu geben. Der Baukiosk ist in diesem Kon­text ein Bild. Als kom­plex­es Gebilde verkör­pert er eine beson­dere Form des Stadt­machens, die unter­schiedliche Inter­essen mit unter­schiedlichen Möglichkeit­en verbindet oder sog­ar bewusst kol­li­dieren lässt. So ist der Baukiosk Tre­ff­punkt genau­so wie Sam­mel­stelle. Analoges Bill­board und dig­i­tale Anzeigetafel. Infor­ma­tion­ssys­tem genau­so wie Ruhep­unkt. Verteil­er genau­so wie Auskun­ftss­chal­ter. Immer ist er vieles—und alles gleichzeitig.


Pro­jekt

Baukiosk


Beteiligte

con­struct­Lab


Jahr

2020


Ort

Berlin, Deutsch­land

© Alexan­der Römer
The Arch, Genk (2017). Als Exper­i­men­tier­la­bor konzip­iert, wid­mete sich dieses Pro­jekt dem Neu­denken der Stadt­geschichte der bel­gis­chen Kle­in­stadt. Vor­mals durch Berg­bau und Indus­trien geprägt, stand die Frage nach der Zukun­ft von Genk im Zen­trum von Ver­anstal­tun­gen, Events und Work­shops. © Julie Guiches

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Eine Stadtküche anderer Art

Die Küche des Urban Space 100 finanziert eine Vielfalt von städtis­chen, zivilge­sellschaftlich ini­ti­ierten Pro­jek­ten wie zum Beispiel Ren­ovierungsar­beit­en von Kul­turerbe, Straßen­musik­tage, Com­put­er­work­shops für Kinder oder Recy­clingsta­tio­nen für Plas­tik. © Teple Misto

Als Yuriy Fylyuk und seine Fre­unde im Som­mer 2008 aus Kiew nach Iwano-Franki­wsk kamen, fan­den sie einen Ort vor, an dem vielfach­er Man­gel herrschte. Sie grün­den das Net­zw­erk Teple Mis­to oder Warme Stadt, zu dem mit­tler­weile rund 60 lokale Unternehmen gehören. Ein Restau­rant wird Plat­tform für die Aktiv­itäten der Gruppe und dient als Ort des Zusam­menkom­mens und Aus­tauschs. 100 Men­schen beteili­gen sich als Mit­fi­nanzierende im Pro­jekt Urban Space 100. Auch die Ein­nah­men aus dem Restau­rant fließen in den Topf, aus dem seit 2015 Ini­tia­tiv­en, kleine und größere Pro­jek­te finanziert und gefördert wer­den. So wur­den mit den so gesam­melten Geldern bere­its his­torische Hau­se­ingänge restau­ri­ert, Com­put­er für medi­zinis­che Ein­rich­tun­gen beschafft, Sportver­anstal­tun­gen und Fes­ti­vals ausgerichtet.


Pro­jekt

Urban Space 100


Beteiligte

Yuriy Fylyuk und sechs Fre­unde, Grün­dung Teple Mis­to, Koen­twick­lung der Idee für das Urban Space 100 und Besitz des Trade­mark Urban Space 100; Teple Mis­to, Man­age­ment von Urban Space 100; 100 Grün­derin­nen und Grün­der, Finanzierung des Urban Space 100; Urban Space 100, NGO und Förderung von Pro­jek­ten; LLC URBAN 100, Restau­rant­be­trieb; 23 Restau­rants, Fir­ma für Restau­rant­man­age­ment und Man­age­ment von LLC URBAN 100


Jahr

Seit 2014


Ort

Iwano-Franki­wsk, Ukraine

Den Urban Space 100 in der Mykhaila Hru­shevsko­ho Straße 19 in Ivano-Frankivsk—eine Kom­bi­na­tion aus Restau­rant, Radiosender und Gemeindezentrum—gibt es seit 2014. Die Idee für diesen Ort wurde von der Teple Mis­to Plat­form gener­iert, die die Öffentlichkeit­sar­beit für das Pro­jekt über­nom­men hat­te und auch die Grün­derin­nen und Grün­der gesucht hat: 100 Per­so­n­en, die sich alle aktiv in die Gestal­tung ihrer Lebenswelt ein­brin­gen woll­ten. Das machen sie dadurch indem sie die Gewinne aus dem Restau­rant zu 80% in sozial-engagierte und nicht-prof­it-ori­en­tierte Pro­jek­te investieren. An vier Ter­mi­nen im Jahr wählen die Mit­glieder Pro­jek­te aus, die weit­er unter­stützt wer­den sollen. © Teple Misto
© Ste­fan Marx

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